Margaretha Rothe fragt: Meinungs- und Pressefreiheit in Gefahr?

Margaretha Rothe fragt: Meinungs- und Pressefreiheit in Gefahr?

MR-fragt-Podiumsdiskussion: Wie steht es um unsere Meinungsfreiheit? 

„Meinungsfreiheit in Gefahr?“ – das war das diesjährige Thema, unter dem Margaretha Rothe fragt zur Podiumsdiskussion in die Aula geladen hatte. Am Mittwochabend ab 19 Uhr wurde vor dem Publikum und den Live-Zuschauer*innen im Internet über Zensur und Presserecht sowie Hate Speech in den sozialen Netzwerken diskutiert.

Die Schüler*innen des PGW-Englisch-Profils veranstalten seit 2014 eine Podiumsdiskussion zu einem selbstgewählten Thema. Das diesjährige Thema war Meinungsfreiheit, welches zudem abiturrelevant ist.

Unter dem Motto „Meinungsfreiheit in Gefahr? Meinungsfreiheit als Gefahr?“ waren der Bundestagsabgeordnete der SPD für den Wahlkreis Hamburg-Mitte, Johannes Kahrs, FDP-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende ihrer Partei, Katja Suding, Robert Habeck als Parteivorsitzender der Grünen, der Chefredakteur von BILD und deren Onlineausgabe, Julian Reichelt, sowie Jochen Bittner als Autor und Journalist der ZEIT als Gäste geladen.

Der Abend begann mit der Publikumsfrage „Können Sie […] wirklich überall immer alles sagen?“, bei der ein Großteil für „Nein“ abstimmte. Nach der Begrüßung und dem Eintragen in das Goldene Buch ging es fließend über zu Lennarts Eingangsreferat zu Presserecht und Zensur, das auch die Grundlage für die erste Diskussionsrunde mit den Gästen unter der Moderation von Cassandra und Elena bildete.

In dieser ersten Diskussionsrunde wurde teils energisch darüber debattiert, was die Aufgabe von Presse ist, wie weit sie gehen darf und welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk bei der Meinungsbildung spielt. Besonders Julian Reichelt als Chefredakteur der BILD musste sich der Kritik der anderen Gäste an seiner Zeitung entgegenstellen.

Nach etwa der Hälfte der Zeit begann Angelina mit ihrem Inputreferat zum Thema Hate Speech (Hassrede), in welchem sie am Beispiel Renate Künast, einer Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen, die Grenzen der Meinungsfreiheit ansprach. Künast wurde in den Sozialen Netzwerken schwer beleidigt, sodass der Fall sogar vor Gericht landete.

Als es im Anschluss daran darum ging, welchen Einfluss digitale Plattformen auf die Meinungsbildung haben, gingen die Ansichten der Gastredner*innen stark auseinander. Das eine Lager, vor allem von Jochen Bittner vertreten, sah darin einen Gewinn für die Meinungsfreiheit, da es so eine größere Meinungspluralität gebe und Nutzer untereinander in Kommentarspalten und Foren diskutieren könnten. Demgegenüber allerdings ginge auch die Gefahr einher, die Kontrolle bei Verstößen gegen die Meinungsfreiheit – wie sie unter anderem bei Hetze oder schwerer Beleidigung vorliegt – zu verlieren, da es schwer sei, die Täter*innen zu ahnden.

Das Thema Soziale Netzwerke wurde insgesamt intensiv diskutiert. Auch untereinander kam es dabei zu Kritik bei der Nutzung von Social Media. Unter anderem kritisierte Johannes Kahrs Robert Habecks Entscheidung, seinen Twitter-Account aufzugeben, da seiner Ansicht nach Politiker auch online für die Bürger*innen erreichbar sein sollen.

Die Podiumsdiskussion war gut besucht. Neben der Aula und dem Hörsaal konnte zum ersten Mal MR fragt auch im Internet als Livestream auf YouTube angeschaut werden. Das Publikum bestand mehrheitlich aus Schüler*innen des Margeratha-Rothe-Gymnasiums sowie anderer Schulen und aus Lehrer*innen. Aber auch Eltern und andere kamen, um die Diskussion zu verfolgen. Lautstarken Applaus gab es für einige Wortbeiträge wie den von Habeck oder Bittner bezüglich der Meinungspluralität. Mitgenommen aber hat die Zuschauer auch das laute Vorlesen der gegen Renate Künast gerichteten Hasstweets.

Nach zwei Stunden endete die MR-fragt-Podiumsdiskussion. Zum Abschluss gab es für die Gäste neben großem Applaus auch Gastgeschenke, Blumen und ein individuelles Präsent.

Johannes Kahrs tweetete im Anschluss:

https://twitter.com/kahrs/status/1230250288365236224?s=20 

Katja Suding teilte den Dank Kahrs mit einem Retweet.

 

Levin G., Chefredakteur SPICKER

Dieser Beitrag erschien zuerst im SPICKER, der Schülerzeitung des Margaretha-Rothe-Gymnasiums.

 
 

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