Überfachliche Kompetenzen

 

 

In Anbetracht ständig wachsenden Wissens kommt es zunehmend darauf an, dass jede Schülerin und jeder Schüler lernt, sich in der gegenwärtigen Wissensge­sellschaft zu orientieren. Deshalb haben wir am MRG in einem mehrjährigen Prozess ein Konzept zur Vermit­tlung von Methoden und Arbeitstechniken entwickelt, die eine wichtige Bedeutung für das Lernen haben. Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler auf diese Weise befähigen, selbstständig zu arbeiten, den eigenen Lern­weg selbstbewusst zu gestalten und sich auf ein lebenslanges Lernen vorzu­bereiten.

Die Schülerinnen und Schüler lernen u.a., wie man Informationen aus Texten entnehmen kann (Markieren und Strukturieren in Klasse 5), wie man wichtige Daten sinnvoll und übersichtlich festhalten kann (Mindmap in Klasse 6) und man verlässliche Daten im Internet recherchiert (kritische Internetrecherche in Klasse 8).

So schaffen wir die Grundlage dafür, dass die Schüleraktivität im Unterricht immer höher werden kann. Durch die Betonung gruppendynamischer Prozesse in Methoden, wie z.B. dem Gruppenpuzzle, erwerben die Schülerinnen und Schüler wichtige kooperative Fähigkeiten für das spätere Berufs­leben und müssen Verantwortung für den Erfolg der eigenen Gruppe über­nehmen. Das Erlernen von Präsentationstechniken dient der unmittelbaren Vor­berei­tung auf die Oberstufe und die Abiturprüfung.

In der 10. Klasse wird das Methodenlernen durch eine Methodenwoche ergänzt, die die Schülerinnen und Schüler auf die Abschlussprüfungen und die Anforderungen in der Oberstufe vorbereitet. Schwerpunkte sind Lernstrategien, Texterschließung, -pro­duktion und -überarbeitung. In speziellen Oberstufenprojekten, die z.B. im Rahmen der Profilfächer durchgeführt werden, erhalten die Schülerinnen und Schüler in besonderem Maße die Möglichkeit die erworbenen Kompetenzen und Strate­gien anzuwenden.

Insgesamt stärkt das Methoden­lernen das Selbstbewusstsein unserer Schülerinnen und Schüler im Hinblick darauf, wie sie selbstständig lernen, sich sinnvoll organisieren und strukturiert auf Klassenarbeiten und Präsentationen vorbereiten.

Hier geht es zu unserem Methodenheft.

 

 

Unser Mediencurriculum basiert auf dem Hamburger Medienpass und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

 

Mo, Stand: 01/2020

Diversitätsbewusste Bildung am MRG

 

Diversitätsbewusste Bildung beschäftigt sich mit den Gruppenzugehörigkeiten von Menschen (z. B. Frau, Wissenschaftlerin, Hamburgerin, Mutter, Musikerin, Deutsche, Buddhistin…) und deren Einfluss auf ihr Denken und Handeln. Nicht alle Gruppenzugehörigkeiten eines Menschen sind jedoch im gesellschaftlichen Kontext von gleicher Bedeutung. Einige gehen mit Privilegierungen, andere mit Benachteiligungen einher. Manche sind frei wähl- oder veränderbar, andere nicht.

Ganz im Sinne des MRG-Mottos, eine Schule voller Möglichkeiten zu sein, ist es daher das Ziel diversitätsbewusster Bildung am MRG, die Schülerinnen und Schüler zu stärken, indem wir sie...

  • unterstützen, sich entsprechend ihrer individuellen Prägung zu entwickeln,
  • vor Einschränkungen und Benachteiligungen schützen,
  • für Voreingenommenheiten sensibilisieren, mit denen sie Mitschüler/ Mitmenschen (u. U. unbewusst) einschränken/ benachteiligen,
  • für Zuschreibungen und unterschiedliche Machtverhältnisse/Schieflagen im gesellschaftlichen Kontext sensibilisieren.

 

 

Angebote und Maßnahmen des MRG:

Bereits 2010 entwickelte das MRG in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) als erste allgemeinbildende Schule in Hamburg ein „Diversity Training“, an dem alle Oberstufenschüler des 2. Semesters der Studienstufe verbindlich teilnehmen.

 

Immer am ersten Freitag des Schuljahres findet am MRG ein Diversity-Tag zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten statt:

Jahrgang 7: Basismodul Vielfalt – Die Gruppe und ich

  • Wer bin ICH eigentlich und wer sind DIE? Welche Gemeinsamkeiten haben wir und worin unterscheiden wir uns? Teil einer Gruppe und dennoch individuell? Wie bin ich geprägt und hat das Einfluss auf mein Denken? Und so ganz nebenbei...“Das habe ich ja noch gar nicht über dich gewusst!“ Im Rahmen des Diversity Trainings in Jahrgang 7 setzen sich die Schüler spielerisch mit diesen Fragen und vielen weiteren auseinander. Sie lernen, was eine Gruppe ausmacht, reflektieren, was das eigene Denken und Verhalten beeinflusst. Sie erfahren, dass jeder sowohl einzigartig als auch – gewollt oder ungewollt - Teil verschiedener Gruppen ist.

 

Jahrgang 8: Gender

  • Warum hört man eigentlich so oft, dass „richtige“ Jungs nicht weinen, dafür aber Fußball spielen sollen? Und wer legt eigentlich fest, wie sich Mädchen verhalten sollen und wie nicht? In unserem Alltag begegnen uns täglich geschlechtsspezifische Rollenerwartungen und Geschlechterklischees, die häufig großen Einfluss auf das eigene Denken, Fühlen und Handeln haben, obwohl sie nicht selten mehr als fragwürdig sind. Das Diversity Training in Jahrgang 8 setzt sich daher mit Rollenbildern auseinander, hinterfragt Einflussfaktoren und die dahinterstehenden Denkmuster. Gleichzeitig richten wir den Blick auch auf gesellschaftliche Veränderungen und persönliche Handlungsmöglichkeiten.

 

Jahrgang 9: Sexuelle Vielfalt und Geschlechteridentitäten

  • Wer verliebt sich in wen? Was meinen die Begriffe queer, transgeschlechtlich oder cis-sexuell? Was denke ich über Personen, die eine andere sexuelle Identität haben als ich und inwiefern werden gesellschaftliche Machtverhältnisse aufgrund sexueller Orientierungen geprägt und gelebt? Im Rahmen des Diversitiy Trainings im 9. Jahrgang setzen sich die Schüler mit diesen Fragen auseinander und werden mit abwechslungsreichen Übungen durch den Tag begleitet. Eine besondere Qualität erhält der Workshop durch den Besuch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem queeren Aufklärungsprojekt soorum. Diese gehen mit den Schülern in einen direkten Austausch und ermöglichen einen Einblick in die Lebensrealitäten und Initiativen von jungen Hamburgern, die nicht der heterosexuellen Norm angehören. (https://www.mhc-hh.de/qualifizierung-und-aufkl%C3%A4rung/soorum-aufkl%C3%A4rungsprojekt/)

 

Jahrgang 10: Antirassismus-Training

  • Wie ist Rassismus in der Gesellschaft verankert und welche Auswirkungen hat er? Was verbirgt sich hinter Bezeichnungen wie personalem, strukturellem oder institutionellem Rassismus? Was können Einzelne, was kann die Gesellschaft, was können Institutionen gegen rassistisches Denken und Handeln und für von Rassismus Betroffene tun? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich die Schüler im Rahmen des Diversity-Tags im Jahrgang 10. Das von Coaches des gemeinnützigen Hamburger Bildungsträgers Arbeit und Leben e. V. durchgeführte Antirassismustraining soll Raum für einen respektvollen Austausch zu diesem hochaktuellen und brisanten Thema schaffen.

 

Seit Gründung des „Arbeitsbereichs Vielfalt“ am MRG haben sich 21 Kolleginnen und Kollegen im Rahmen einer Basisqualifizierung durch die Beratungsstelle Interkulturelle Erziehung am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung zu Diversity-Trainer ausbilden lassen. Auch in den kommenden Jahren wird das MRG diesen Fokus im Bereich Personalentwicklung beibehalten.

Darüber hinaus tragen zahlreiche unterrichtliche Vorhaben und außerunterrichtliche Initiativen von Lehrern, aber auch Schülern dazu bei, das MRG zu einer Schule der Vielfalt zu machen (z. B. Besuche des inklusiven Klabauter Theaters, Gründung einer Mädchengruppe, Besuch des Magnus-Hirschfeld-Centrums, Teilnahme am SMILE-Projekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg).

 

Ra, 5/2022; Foto: Markus Heitrich/LI

 

Weitere Aktuelle Berichte:


Werte unseres Schullebens

Wertschätzung und Toleranz
Gemeinschaft und Teamgeist
Verantwortungsbewusstsein
Leistungsbereitschaft