Überfachliche Kompetenzen
In Anbetracht ständig wachsenden Wissens kommt es zunehmend darauf an, dass Schülerinnen und Schüler lernen, sich in der gegenwärtigen Wissensgesellschaft zu orientieren. Deshalb haben wir am MRG in einem mehrjährigen Prozess ein Konzept zur Vermittlung von Methoden und Arbeitstechniken entwickelt, die eine wichtige Bedeutung für das Lernen haben. Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler auf diese Weise befähigen, selbstständig zu arbeiten, den eigenen Lernweg selbstbewusst zu gestalten und sich auf ein lebenslanges Lernen vorzubereiten.
Seit 2010 führen wir ein verbindliches Methodencurriculum. Im Schuljahr 2022/2023 haben wir es überarbeitet und an die zukünftig geltenden Bildungspläne angepasst. Vor allem der Schwerpunkt Lernen in einer digitalen Welt spielt zunehmend eine immer größere Rolle und findet sich in unserem neuen Methodencurriculum verstärkt wieder.
Unser Mediencurriculum basiert auf dem Hamburger Medienpass und wird kontinuierlich weiterentwickelt.


Mo, Stand: 01/2020
Diversitätsbewusste Bildung am MRG

Diversitätsbewusste Bildung beschäftigt sich mit den Gruppenzugehörigkeiten von Menschen (z. B. Frau, Wissenschaftlerin, Hamburgerin, Mutter, Musikerin, Deutsche, Buddhistin…) und deren Einfluss auf ihr Denken und Handeln. Nicht alle Gruppenzugehörigkeiten eines Menschen sind jedoch im gesellschaftlichen Kontext von gleicher Bedeutung. Einige gehen mit Privilegierungen, andere mit Benachteiligungen einher. Manche sind frei wähl- oder veränderbar, andere nicht.
Ganz im Sinne des MRG-Mottos, eine Schule voller Möglichkeiten zu sein, ist es daher das Ziel diversitätsbewusster Bildung am MRG, die Schülerinnen und Schüler zu stärken, indem wir sie...
- unterstützen, sich entsprechend ihrer individuellen Prägung zu entwickeln,
- vor Einschränkungen und Benachteiligungen schützen,
- für Voreingenommenheiten sensibilisieren, mit denen sie Mitschüler/ Mitmenschen (u. U. unbewusst) einschränken/ benachteiligen,
- für Zuschreibungen und unterschiedliche Machtverhältnisse/Schieflagen im gesellschaftlichen Kontext sensibilisieren.
Angebote und Maßnahmen des MRG:
Bereits 2010 entwickelte das MRG in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) als erste allgemeinbildende Schule in Hamburg ein „Diversity Training“, an dem alle Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler des 2. Semesters der Studienstufe verbindlich teilnehmen.
Immer am ersten Freitag des Schuljahres findet am MRG ein Diversity-Tag zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten statt:
Jahrgang 7: Basismodul Vielfalt – Die Gruppe und ich
Wer bin ICH eigentlich und wer sind DIE? Welche Gemeinsamkeiten haben wir und worin unterscheiden wir uns? Teil einer Gruppe und dennoch individuell? Wie bin ich geprägt und hat das Einfluss auf mein Denken? Und so ganz nebenbei...“Das habe ich ja noch gar nicht über dich gewusst!“ Im Rahmen des Diversity Trainings in Jahrgang 7 setzen sich die Schülerinnen und Schüler spielerisch mit diesen Fragen und vielen weiteren auseinander. Sie lernen, was eine Gruppe ausmacht, reflektieren, was das eigene Denken und Verhalten beeinflusst. Sie erfahren, dass jeder sowohl einzigartig als auch – gewollt oder ungewollt - Teil verschiedener Gruppen ist.
Jahrgang 8: Lookismus
Wie fühle ich mich in meiner "Haut"? Und wie wichtig ist es mir, was andere über mich denken? Was ist schön? Und wer entscheidet überhaupt darüber, was als schön angesehen wird?
Gibt es Benachteiligungen aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes?
Im Rahmen des Diversity-Trainings in Jahrgang 8 setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema "Lookismus" auseinander. Dabei geht es v.a. um Selbstwahrnehmung des eigenen Körperbildes und den Stellenwert des äußeren Erscheinungsbildes im gesellschaftlichen Miteinander, Diskriminierungssituationen im Alltag und mögliche Handlungsoptionen.
Jahrgang 9: Dein Weg, deine Stärken - Geschlechtersensible Empowerment-Workshops
Im 9. Jahrgang setzen sich die Schülerinnen und Schüler am Diversity-Tag mit Fragen rund um sexuelle Vielfalt, Geschlechteridentitäten sowie gesellschaftliche Rollenbilder auseinander. Themen wie „Wer bin ich?“, „Wen liebe ich?“ und „Wie prägen Erwartungen an Geschlecht unser Zusammenleben?“ stehen dabei im Mittelpunkt. Ergänzend zum bisherigen Schwerpunkt auf sexueller Vielfalt und Geschlechteridentitäten wurde das Programm um Aspekte der Mädchen- und Jungenpädagogik erweitert. Die Schülerinnen und Schüler wählen je nach Interesse ein passendes Workshopformat und arbeiten dort mit externen Kooperationspartnern zusammen.
Zur Auswahl stehen:
-
ein Projekttag zur sexuellen Vielfalt und Geschlechteridentitäten im Magnus-Hirschfeld-Centrum
-
ein Workshop zu „Männlichkeit*en und Diskriminierung“ (Jungenarbeit Hamburg e.V.)
-
ein Empowerment-Workshop für Mädchen (UFC Hamburg e.V.)
Durch die unterschiedlichen Angebote erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit vielfältigen Lebensrealitäten auseinanderzusetzen, eigene Perspektiven zu reflektieren und einen respektvollen Umgang miteinander zu stärken.
Gefördert durch: Stiftung Bildung sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), deren finanzielle Unterstützung dieses Projekt erst ermöglicht und dazu beiträgt, die Durchführung der Workshops sowie die Zusammenarbeit mit den externen Partnern realisieren zu können.
Jahrgang 10: Antirassismus-Training
Wie ist Rassismus in der Gesellschaft verankert und welche Auswirkungen hat er? Was verbirgt sich hinter Bezeichnungen wie personalem, strukturellem oder institutionellem Rassismus? Was können Einzelne, was kann die Gesellschaft, was können Institutionen gegen rassistisches Denken und Handeln und für von Rassismus Betroffene tun? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Diversity-Tags im Jahrgang 10. Das von Coaches der SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik durchgeführte Antirassismustraining soll Raum für einen respektvollen Austausch zu diesem hochaktuellen und brisanten Thema schaffen.
Seit Gründung des „Arbeitsbereichs Vielfalt“ am MRG haben sich 21 Kolleginnen und Kollegen im Rahmen einer Basisqualifizierung durch die Beratungsstelle Interkulturelle Erziehung am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung zu Diversity-Trainer ausbilden lassen. Auch in den kommenden Jahren wird das MRG diesen Fokus im Bereich Personalentwicklung beibehalten.
Darüber hinaus tragen zahlreiche unterrichtliche Vorhaben und außerunterrichtliche Initiativen von Lehrkräften, aber auch Schülerinnen und Schülern dazu bei, das MRG zu einer Schule der Vielfalt zu machen (z. B. Besuche des inklusiven Klabauter Theaters, Gründung einer Mädchengruppe, Besuch des Magnus-Hirschfeld-Centrums, Teilnahme am SMILE-Projekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg).
Ra, 6/2026; Foto: Markus Heitrich/LI